Der nicht vorhandene Rettungsplan für die Finanzkrise Griechenlands
Am Dienstag trafen sich die Finanzminister der Länder, die zur Währungsunion des Euro gehören. Dabei ging es auch um die Krise Griechenlands. Danach wurden Berichte laut, es wurden bei dem Treffen Hilfen für Griechenland beschlossen – was nicht stimmt, wie jetzt bekannt wurde.
Im Bundestag äußerte sich heute Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zu den Berichten über die Notfallhilfe für Griechenland – und dementierte eine solche sogleich. Zwar sei über Hilfen gesprochen worden. Und auch über einen möglichen, technischen Ablauf, falls Griechenland tatsächlich zahlungsfähig werden sollte. Ein gezieltes Rettungsprogramm wurde jedoch nicht verabschiedet – und Griechenland selbst habe auch nicht um Hilfe angefragt.
Missverständnis Griechenland-Hilfe
Finanzstaatssekretär Steffen Kampeter von der CDU sagte in einem Interview mit dem Nachrichtensender N24: „Ich glaube, es ist ein Missverständnis, wenn man sagt, gestern Abend ist eine Hilfszusage für Griechenland beschlossen worden. Griechenland hat keine Unterstützung erbeten. Aber es wäre unsinnig gewesen, wenn man diesen Fall technisch ausgeschlossen hätte.
Der luxemburgische Staatschef und zugleich Euro-Gruppen-Chef, Jean-Claude Juncker, geht auch weiter davon aus, dass Griechenland keine Hilfe von außen benötige, um wieder auf die Beine zu kommen. Und auch die französische Finanzministerin Christine Lagarde sieht keine Notwendigkeit für eine Hilfe für Griechenland. Zudem betonte sie ausdrücklich, dass nicht über eine Höhe der Finanzhilfe gesprochen wurde, sollte sie dennoch erfolgen müssen.
Es hängt viel an Griechenland – Für die gesamte Euro-Zone
Die Frage ist: Wer hat die Gerüchte um die Finanzhilfen verbreitet? Vorschnelle Berichterstatter irgendwelcher Presseorgane, die einen Satz oder ein Wort aufgeschnappt haben und gleich ein Rettungspaket für Griechenland daraus gestrickt haben?
Dass Griechenland im Falle der Not finanzielle Hilfen erhalten würde, war bereits vorher längst bekannt. Dass es definitiv ein Hilfsprogramm geben würde, ist jedoch nicht der Fall.
Interessant war der Verlauf des Eurowertes heute. Während nach der Bekanntgabe des vermeintlich beschlossenen Rettungsprogramms für Griechenland der Wert des Euro gegenüber dem Referenzwert US Dollar sank, stieg der Wert wieder, nachdem Finanzminister Schäuble die Fehlmeldung korrigierte. Es hängt also viel an Griechenland – für die ganze Währungsunion.

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