Die Angst geht um – der Euro fällt weiter
Gestern hat der Internationale Währungsfonds verkündet, 161,3 Tonnen seiner Goldreserven verkaufen zu wollen. Dies in aufgeteilten Verkaufsphasen, aber dennoch zügig. Eigentlich keine neue Nachricht, da ein Verkauf bereits schon eine Weile vorgesehen war. Viel schlimmer jedoch der Grund, der gestern benannt wurde: Es wird Geld benötigt für Notkredite an Länder, die unter ihrer Schuldenlast ächzen und stöhnen. Und möglicherweise gar vor einem Staatsbankrott stehen.
Die Aussage des IWF trägt nicht gerade dazu bei, das Vertrauen in den Euro zu stärken. Auch wenn Experten der Meinung sind, mit der DM hätte uns die Krise noch härter getroffen als aktuell durch den Euro als Einheitswährung, so wird vielen jedoch immer mulmiger in Europa.
Ob und wie viel von den Verkaufserlösen aus Teilen der IWF-Goldreserven dann nach Europa fließen sollen, ist unklar. Neben Griechenland, Spanien und Portugal geht es auch Lettland sehr schlecht. Das Land wollte der Euro-Zone längst beitreten, die einzuführenden Münzen schon entsprechend vorgestellt, dann kam Lettland die hohe Inflation der eigenen Währung in die Quere.
Doch auch ohne Lettlands Teilnahme an der Euro-Zone zeigt sich diese angeschlagen. Der Euro verliert zunehmend an Stabilität, Pessimisten gehen gar schon von einem Ende der Währungszone aus. Dies trägt zu Schwankungen bei, die sich teilweise sogar an einem einzelnen Tag auf dem Devisenmarkt zeigen. Die Wirtschaftskrise wird damit wohl zur endgültigen Zerreißprobe für die Euro-Zone und die Währungsunion.

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