Euro im freien Fall nach Portugal-Rückstufung – DAX rutscht mit ins Minus
Während der Euro heute im frühen Handel noch 1,3408 US Dollar wert war, ist er inzwischen auf unter 1,34 US Dollar gesunken und liegt aktuell auf 1,3350 US Dollar. Auch der DAX rutschte erst gleich mit ins Minus um teilweise mehr als 40 Punkte, erholte sich zwischenzeitlich jedoch und steht nun wieder in einem leichten Plus – mit dem Sprung über die Marke von 6.000 Punkten. Dennoch ist hier das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen, vieles hängt nun davon ab, wie sich die Regierungen in Europa nun entscheiden – für eine Hilfe für Griechenland, oder dagegen.
Der Grund ist vor allem in der Tatsache zu finden, dass die Ratingagentur Fitch die Bonität des Landes Portugal herabgestuft hat. Das bisherige Rating von „AA“ wurde auf ein „AA-“ gesenkt – mit negativem Ausblick. Griechenlands Situation hingegen soll laut Fitch nicht zu einer weiteren Herabstufung führen, da hier die Hilfen vom Internationalen Währungsfonds immer noch als eine Option angesehen werden. Dem jedoch klar entgegen stellte sich das Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank, Lorenzo Bini Smagh. In einem Interview mit der Wochenzeitung „Zeit“ machte er klar, dass es für die Zukunft Europas wichtig ist, den IWF außen vor zu lassen.
„Diejenigen, die an ökonomischer und monetärer Stabilität in Europa interessiert sind, sollten sich gegen den Gang zum IWF wehren. Um es provokant zu formulieren: Die Leute sollten vor dem deutschen Verfassungsgericht klagen, wenn der IWF angerufen wird, nicht wenn die EU bilaterale Unterstützung organisiert.“, wird Lorenzo Bini Smagh zitiert.
Die Tatsache, dass er nicht erst seit gestern Mitglied des Direktoriums der EZB ist, sondern diese Tätigkeit bereits fast fünf Jahre innehat, macht deutlich: Da bewertet jemand die gegenwärtige Situation nicht nur an der momentan schweren Lage, sondern hat auch die Weitsicht dessen, was passieren könnte, wenn der Internationale Währungsfonds in die Geschicke der Währungszone des Euro eingreifen müsste. Oder ob doch noch ein Europäischer Währungsfonds kommen wird, der die großen Probleme in einigen Ländern der Euro-Zone zu lösen hilft – der aber immer noch umstritten ist in ganz Europa.

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