Carry Trades

[ 20 Okt 2009 ]

Private “Häuslebauer” und auch deutsche Kommunalpolitiker machen es und auch Hedge-Fonds – sie nutzen so genannte Carry Trades. Hierbei handelt es sich um ein zwar gewinnträchtiges, aber auch sehr risikoreiches Spiel. Der Investor trägt nämlich sowohl das Zinsänderungsrisiko, wie auch das Wechselkursrisiko.

Als Carry Trades, bzw. Currency Carry Trades oder kurz CCT, bezeichnet man eine bestimmte Anlagestrategie, die auf dem Devisenmarkt genutzt wird. Auch wenn Experten in der Theorie den Carry Trades eine fehlende Rentabilität bescheinigt hatten, so haben sich diese in den letzten Jahren jedoch als hochprofitabel erwiesen, auch für private Investoren.

Insbesondere aber die spekulativen Hedge-Fonds nutzen Carry Trades – und zwar in großen Stil. Die ersten, welche überhaupt die Carry Trades nutzten, waren die großen US-Hedge-Fonds.

Bei Carry Trades nimmt ein Investor in einer Währung einen Kredit auf, den es zu vergleichsweise niedrigen Zinsen gibt. Dieses Geld wird in eine Währung mit vergleichsweise hohen Zinsen angelegt. Mit diesem Geld kauft man dann zum Beispiel eine Immobilie. Damit das ganze klappt, ist Voraussetzung, dass bei den unterschiedlichen Währungen ein großer Unterschied im Bezug auf das Zinsniveau besteht.

Ein gutes Beispiel in der Vergangenheit war der japanische Yen. Der entscheidende Leitzins liegt hier bei wesentlich niedriger, als in der Eurozone. Ein Kredit in Yen ist aus diesem Grund sehr günstig. Eben diese Zinsdifferenz wird bei den Carry Trades genutzt. Carry Trades hinterlassen an den Devisenmärkten deutliche Spuren. Grund dafür ist, dass die als Kredite aufgenommen Yen als zusätzliches Angebot erscheinen am Devisenmarkt. Eben diese werden dann durch die Kreditnehmer in Hochzinswährungen getauscht. Deren Kurse werden dann letztlich durch die Nachfrage nach Hochzinswährungen gestützt.

Was die Rendite der Currency Carry Trades angeht; diese setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Und zwar der Differenz zwischen Haben- und Sollzins auf der einen Seite und dem Ertrag, bzw. dem Verlust aus der Wechselkursentwicklung.

Die Risiken bei den Carry Trades kann man natürlich auch etwas ablindern. So können zum Beispiel Zinsschwankungen über festverzinsliche Geschäfte eliminiert werden, was das Wechselkursrisiko über Terminmarktgeschäfte senkt. Nachteil dieser Absichersicherung ist, dass die zu erwartende Rendite sich verringert.

Würde man dabei bei Carry Trades sich gegen alle Risiken absichern, so wäre letztlich der Ertrag Null. Theoretisch aber geht der entstandene Zinsgewinn nicht komplett durch Wechselkursverluste verloren. Grundsätzlich aber sind Carry Trades nichts für schwache Nerven. – Also nur etwas für Profis? Kritiker warnen eingehend vor den Gefahren, die mit Carry Trades verbunden sind.

Im Zuge der Finanzkrise, die weltweit um sich gegriffen hat, hatte nun kürzlich den Effekt, dass Investoren Carry Trades einfach auflösen, denn der Anstieg der Lieblingswährung der Anleger in diesem Zusammenhang – der Yen – hat an Wert gewonnen. Dieser Anstieg kam aber keineswegs ganz unerwartet. Dabei war im Bezug auf die Carry Trades der Yen insbesondere in den vergangenen drei Jahren eine regelrecht „Blase”, nämlich eine „Blase des billigen Yens”, auf die man gestoßen war.

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