Charttechnik

[ 1 Nov 2009 ]

Trade NowWürde es die Charts im Forex Trading nicht geben, hätte nahezu kein Händler die realistische Chance, Gewinne aus dem Währungshandel zu ziehen. Die Charts sind damit zusammen mit den Indikatoren die wichtigsten Voraussetzungen, um in diesem Markt erfolgreich zu handeln.

Doch was ist überhaupt ein Chart?

Grundsätzlich versteht man unter einem Chart eine Grafik, die den Kursverlauf eines Währungspaares abbildet. Man sieht also, wie sich der entsprechenden Kurs des Währungspaares in einem bestimmten Zeitraum entwickelt hat.

Sicherlich könnte man diese Daten auch einfach in schriftlicher Form darlegen, allerdings würde dann kaum jemand aufgrund der unstrukturierten Zahlenkolonnen auf den ersten Blick wirklich beurteilen können, wie sich der Kurs entwickelt hat. Es wären also erst langwierige Studien der Zahlen nötig, um den Kursverlauf nachvollziehen zu können.

Um es dem Anleger und Händler beim Devisenhandel einfacher zu machen, gibt es die Charts. Hier wird der Kursverlauf nicht anhand einfacher Zahlenkolonnen aufgezeichnet, sondern mittels einer bestimmten Grafik so aufbereitet, dass der geschulte Betrachter auf den ersten Blick erkennen kann, wie sich das Währungspaare im betreffenden Zeitraum entwickelt hat.

Einsteiger und Hobby-Anleger im Währungsmarkt scheuen sich oft davor, sich mit den verschiedenen Chartformen ausgiebig zu beschäftigen. Das ist ein großer Fehler! Nur wer die gängigsten Chartformen ohne Probleme lesen und verstehen kann, hat die Chance, den Kursverlauf eines Währungspaares optimal nachzuvollziehen und schafft damit die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Handeln.

Auch wenn die Charts zu Anfang etwas kompliziert aussehen, geht eine Einarbeitung in diese Materie in der Regel relativ schnell vonstatten. Sie müssen dabei auch nicht alle Chartformen kennen, es reicht, wenn Sie die wichtigsten Charts lesen können beziehungsweise sich auf die Charts konzentrieren, welche Ihnen am besten liegen. Nachfolgend möchten wir Ihnen die wichtigsten Chartmodelle mit ihren individuellen Merkmalen vorstellen.

Der Linienchart

Der so genannte Linienchart ist für die effektive Beurteilung einer Kursentwicklung eher wenig geeignet. Dennoch ist diese Chartform weit verbreitet, insbesondere im Wirtschaftsteil der großen Tageszeitungen trifft man immer wieder auf ihn.

Es handelt sich grundsätzlich um die einfachste Form eines Charts, bei dem ausschließlich der Schlusskurs zu Ende des betreffenden Zeitabschnitts dargestellt wird.

Man kann also anhand eines Liniencharts nicht beurteilen, welche Höhen und Tiefen der Kurs im Laufe des Beobachtungszeitraums erreicht hat. Man erfährt immer nur den aktuellen Schlusskurs, was für die Beurteilung der Entwicklung eines Währungspaares grundsätzlich nicht ausreicht.

Der Linienchart in Tageszeitung dient also vorrangig dazu, den aktuellen Stand einer Währung zu beurteilen, nicht deren Entwicklung im vergangenen Zeitraum. Daher ist er für Händler am Kapitalmarkt nicht geeignet.

Der Candlestick Chart

Den Candlestick Chart kennt man im deutschsprachigen Raum auch unter der übersetzten Bezeichnung „Kerzenchart“. Es handelt sich dabei um eine sehr populäre Form der Darstellung von Kursverläufen. Ihren Namen hat diese Chartform aus der Form der Grafiken, mit dem sich die Kursentwicklung in einem festgelegten Zeitraum darstellen lässt.

Da sich diese Darstellung aus zwei vertikalen Linien zusammensetzt, entsteht der Eindruck eines Kerzenstumpfs. Daher der Name Kerzenchart.

Anhand eines Kerzencharts lässt sich sehr schön ablesen, wie sich der Kurs im Beobachtungszeitraum entwickelt hat, inklusive aller Höhen und Tiefen. Zudem bietet der Kerzenchart spezielle Möglichkeiten, die Gesamtentwicklung des Kurses grafisch anschaulich darzustellen.

Ist der Kerzenkörper nämlich schwarz oder rot ausgefüllt, hat sich der Kurs Negativ entwickelt, was darauf schließen lässt, dass der Schlusskurs niedriger liegt als der Eröffnungskurs. Ist der Kerzenkörper dagegen unausgefüllt beziehungsweise weiß, so deutet das darauf hin, dass sich der Kurs im Beobachtungszeitraum positiv entwickelt hat. Der Schlusskurs liegt in diesem Fall also höher als der Eröffnungskurs.

Somit lässt sich auf den ersten Blick erkennen, welche Gesamtentwicklung der Kurs verzeichnet hat. Der genaue Kursverlauf dagegen kann anhand der dünnen vertikalen Striche abgelesen werden, die rechts und links des Kerzenkörpers in das Chart eingezeichnet werden.

Wer den Kerzenchart einmal richtig verstanden hat, erhält hiermit die Möglichkeit, sowohl die Gesamttendenz des entsprechenden Währungskurses, als auch die einzelnen kleinen Entwicklungsschritte optimal nachzuvollziehen.

Als Einsteiger in den Währungsmarkt sollten Sie sich also unbedingt mit dieser Chartform beschäftigen und lernen, die Kerzencharts zu lesen. Die Beschäftigung damit wird sich auf jeden Fall in Form von Erfolgen beim Handeln auszahlen.

Der High-Low-Close Chart (HLC)

Hier haben wir es mit einer recht einfachen Chartform zu tun, die sich dennoch als erster Anhaltspunkt zur Bewertung eines Kursverlaufs sehr gut eignet.

Der Chart wird mittels einer vertikalen und einer horizontalen Linie dargestellt. Die horizontale Linie stellt dabei die durchschnittliche Kursentwicklung im Beobachtungszeitraum dar, an der Sie auf den ersten Blick erkennen können, ob der Kurs im Fallen oder Steigen begriffen ist. Die vertikale Linie dagegen steht für die einzelnen Hochs und Tiefs im Beobachtungszeitraum. Das obere Ende der Linie stellt also den höchsten Preis dar, das untere Ende den niedrigsten Preis.

Diese Chartform ist auch für Anfänger sehr leicht zu lesen und bietet einen guten Überblick über die Entwicklung der entsprechenden Währung.

Allerdings lassen sich die einzelnen Kursschwankungen nicht separat herauslesen, man erfährt lediglich die extremste Schwankungen nach oben sowie den extremsten Absturz nach unten. Vielen Fortgeschrittenen und Profi-Tradern reicht dies nicht aus, sie sollten daher auf eine andere Chartform ausweichen.

High-Low-Open-Close Chart (HLOC)

Bei dieser Chartform handelt es sich praktisch um eine Weiterentwicklung des HLC-Charts. Wie zuvor bereits angesprochen, gibt es beim HLC-Chart hinsichtlich der Interpretationsmöglichkeiten einige Nachteile. Einer davon ist, dass neben den einzelnen Entwicklungsschritten auch der Eröffnungskurs in diesem Chartmodell nicht sichtbar ist.

Daher wurde der HLC-Chart so weiterentwickelt, dass man anhand einer zweiten horizontalen Linie den mittleren Eröffnungskurs herauslesen kann. Damit ist der HLOC-Chart auch für Profis grundsätzlich etwas besser geeignet, für eine haargenaue Analyse allerdings noch immer nicht das Optimum.

Der Balkenchart

Für die Beurteilung einer Kursentwicklung besser geeignet ist der so genannte Balkenchart. Er ist zwar eng mit den beiden zuvor genannten Chartformen verwandt, allerdings lassen sich hier alle Schwankungen im beobachteten Zeitraum leicht herauslesen.

Diese Schwankungen werden durch kleine Striche rechts und links vom Balken sichtbar gemacht. So kann der Profi direkt erkennen, wie groß die einzelnen Schwankungen waren und wie sich der Kurs insgesamt entwickelt hat.

Der vertikal eingezeichnete „Hauptbalken“ ist für letztere Aufgabe verantwortlich, er beginnt jeweils beim niedrigsten Kursstand im Beobachtungszeitraum und bildet an seiner Spitze den höchsten Stand ab.

Für Anfänger beziehungsweise noch unerfahrene Händler ist der Balkenchart allerdings nicht ganz einfach zu lesen. Die Beschäftigung damit wird sich aber mit Sicherheit auszahlen!

Grundsätzlich bieten alle Broker unseres Vergleichs eine Vielzahl von Analysetools an, mit denen sich die zeitliche Entwicklung von Währungspaaren auch charttechnisch in allen hier besprochenen Varianten darstellen und auswerten lässt.

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