Griechenland und der Euro – Ein Fehler im System
Seine Amtszeit ist schon einige Jahre her, dennoch findet er auch heute immer wieder noch Worte für die Dinge, die unser (Finanz-) Leben bewegen. Hans Eichel, ehemaliger Bundesfinanzminister, hat sich nun in einem Interview mit dem „Focus“ zur Situation von Griechenland, dem Euro und der Aufnahme des Landes in die Euro-Zone geäußert.
Dabei gab er auch zu, dass es falsch war, Griechenland damals mit in die Währungszone aufzunehmen. „Wir sind einem offenkundigen Schwindel aufgesessen.“. Eindeutiger kann man das Versagen der EU in Bezug auf eine Kontrolle der von Griechenland vorgelegten Daten kaum in Worte fassen. Dennoch ist er nicht für einen Rauswurf des völlig überschuldeten Landes aus der Euro-Zone.
Dies käme für Eichel einem Todesurteil für den fast bankrotten Staat nahe. Und vergleicht die Situation in der Währungszone mit den USA, die einen Staat wie Kalifornien, dem die Schulden inzwischen fast über den Kopf gewachsen sind, und die dennoch zu dem Bundesstaat halten.
Ein Vergleich jedoch, der hinkt. Schließlich sind die einzelnen Bundesstaaten der USA in gewisser Art und Weise mit unseren Bundesländern vergleichbar. Eichel vergleicht also eine Kuh mit einem Löwen – und merkt es nicht einmal.
Aufnahme in Währungsunion war Fehler im System – Doch was nun tun mit Griechenland?
Fakt ist, die Aufnahme Griechenlands damals war ein Fehler. Die Statistiken, die von Goldman Sachs und anderen Banken geschönt wurden, haben die EU-Finanzminister damals in die Irre geführt. Fakt ist aber auch, dass der Euro inzwischen immer wieder Wertschwankungen unterworfen ist, weil die Angst groß ist, dass Griechenland, und einige anderen Euro-Länder auch, doch noch Bankrott gehen.
Gewinner dieser vertrackten Situation, in der die Währungszone im Moment steckt, ist übrigens das Gold. Viele Anleger legen vor lauter Angst vor einer Entwertung des Euro ihr Geld in Gold an. Auch heute verlor der Euro wieder an Wert, der Preis für Gold jedoch stieg.
Es muss nun bald eine klare Entscheidung her, wie weiter verfahren werden soll mit Griechenland. Allein die Aufforderung, der griechische Staat müsse seine Schulden eindämmen, wird nichts bringen – da die Vermutung nahe liegt, dass dann wieder an den Statistiken frisiert wird.
Andere Lösungen müssen her. Und die letzte aller Möglichkeiten wäre, Staatsbankrott hin oder her, der Ausschluss des Landes aus der Währungszone. Dieser Möglichkeit muss man sich stellen, wenn der Wert des Euro weiter absacken sollte. Dazu gehört jedoch eine ganze Portion Realismus. Und dieser fehlt bis dato immer noch in der Euro-Zone, wie es scheint.

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