Wertverlust des Euro – Was wird aus der Währungsunion?
In den letzten beiden Tagen ist der Euro in einem Sinkflug verfangen. Nachdem er sich wieder über die 1,37 US Dollar gerettet hatte, geht es nun stetig bergab mit der Währung. Nun ist der Wert bereits unter die 1,36 US Dollar je Euro gesunken und steht aktuell auf 1,3565 US Dollar. Wie wird es nun weitergehen?
Tatsache ist: Es herrscht ein großes Durcheinander in der Euro-Zone. Griechenland will angeblich keine Hilfe, die anderen Länder der Währungsunion wollen angeblich helfen, mal will Deutschland helfen, mal nicht. Dann wieder will Griechenland Hilfe und drängt dazu, und droht damit, den IWF, den Internationalen Währungsfonds, um Hilfe anzurufen, wenn die Euro-Zone nicht spurt. Wer soll da noch durchblicken?
Inzwischen hat sich der Chef der italienischen Notenbank, Mario Draghi, für eine europäische Wirtschaftsregierung ausgesprochen. Draghi ist Mitglied des Rates der Europäischen Zentralbank, die Notenbank der Euro-Zone und ist einer der Kandidaten für die Nachfolge des derzeitigen EZB-Chefs Trichet, der im November abgelöst werden wird. Draghi fordert eine Regulierung der Finanzmärkte, sieht aber auch Schwierigkeiten in einer Hilfe des IWF an Griechenland, da das Land nun mal Teil der Euro-Zone ist und geldmarktpolitisch deshalb auch nicht allein stehend betrachtet werden kann.
Draghi wartet auf eine schnelle Umsetzung der Pläne der griechischen Regierung zur Eindämpfung der Schuldenmisere. Außerdem ist es seiner Ansicht nach wichtig, durch strengere Regeln die Finanzmärkte zu stabilisieren und damit auch widerstandsfähiger gegen zukünftige Krisen.
Wie „Konkurrenz“ Axel Weber, seines Zeichens Chef der Bundesbank, und ebenfalls als Kandidat für die Trichet-Nachfolge im Gespräch, sieht Draghi nicht unbedingt eine Notwendigkeit zur Einführung eines Europäischen Währungsfonds.
Dennoch müssen nun Einschnitte her, wie auch immer diese aussehen werden. Inzwischen wurde auch viel diskutiert über „Währungswetter“, die, wie so mancher Pessimist glaubt, den Euro zu Fall bringen könnten. Dies wird jedoch kaum möglich sein, allein durch die Größe der Währungsunion sind Wettern hier die Grenzen gesetzt.
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